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Sie möchten sich gegen COVID-19 impfen lassen und haben Fragen zum AstraZeneca Impfstoff?

 

Auf dieser Seite finden Sie eine kurze Erläuterung der aktuellen Datenlage, um Ihnen bei der Entscheidungsfindung zu helfen bzw. das Aufklärungsgespräch zu unterstützen.

 

1.) Daten zur realistischen Einschätzung Ihres Risikos für eine Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca: 

Wie wahrscheinlich ist die Sinusvenenthrombose? Von 3,4 Millionen Geimpften entwickelten bis 8. April 2021 46  Personen (39 Frauen und 7 Männer im Alter zwischen 20 und 66 Jahren) eine Sinusvenenthrombose, es kam zu 8 Todesfällen (5 Frauen und 3 Männer) (Paul-Ehrlich-Institut).

Dies entspricht nach eigenen Berechnungen einem Risiko eine Sinusvenenthrombose nach Impfung zu erleiden:

  • für Frauen im Alter zwischen 20 und 66 von 1: 87.000
  • für Männer im Alter zwischen 20 und 66 von 1: 485.000

und daran zu versterben:

  • für Frauen im Alter zwischen 20 und 66 von 1: 680.000
  • für Männer im Alter zwischen 20 und 66 von 1: 1.1 Millionen

 

Zum Vergleich hier einige Beispiele zu Risiken im Alltag:

  • Risiko vom Blitz getroffen zu werden    1 : 1 Mio. (Unfall) bis 1 : 6 Mio. (Tod)
  • Im Lotto "6 aus 49" 5 richtige mit Superzahl zu erzielen : 1: 542.000
  • Tod durch Verkehrsunfall  1 : 16.000 (für Personen im Alter zwischen 25 und 34: 1 : 7.000)

Somit ist die Wahrscheinlichkeit an einem Verkehrsunfall in Deutschland zu versterben für eine Frau rund 40 mal höher als  das Risiko eine Sinusvenenthrombose mit tödlichem Ausgang zu erleiden, für einen Mann sogar 68 mal höher.

 

Weitere Informationen zur Abschätzung Ihres individuellen altersgruppenbezogenen Risikos bieten folgende Grafiken, die von folgender Quelle übernommen wurden: (https://wintoncentre.maths.cam.ac.uk/news/communicating-potential-benefits-and-harms-astra-zeneca-covid-19-vaccine/ - Datum des Abrufs 13.5.2021):

Hier wird die Wahrscheinlichkeit bei verschiedenen Inzidenzzahlen im Falle einer Erkrankung mit COVID-19 auf einer Intensivstation zu landen gegen die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Thrombose aufgezeigt.

Wenn die Inzidenz bei 20 pro 100.000 personen liegt:

AZ harms-benefits low exposure 8-4-21.png

 

 

 

Bei einer Inzidenz von 60 auf 100.000 gilt folgendes Bild

 

AZ harms-benefits medium exposure 8-4-21.png

 

 

Bei einer Inzidenz von 200 auf 100.000 gilt folgendes Bild:

AZ harms-benefits high exposure 8-4-21.png

 

2.) Am 1.April 2021 hat die Ständige Impfkommission folgendes Prozedere für die Anwendung des Impfstoffes von AstraZeneca beschlossen (Auszug):

  1. Die Entscheidung, den Impfstoff von AstraZeneca nun für ausschließlich ≥60-jährige Personen zu empfehlen, beruht auf intensiven Analysen der aktuellen, jedoch derzeit begrenzten Datenlage sowie der Berücksichtigung der gegenwärtigen pandemischen Lage. Nach der Impfung mit dem COVID-19 -Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca sind seltene Fälle von Thrombosen in Kombination mit Thrombozytopenien bei Geimpften aufgetreten. Die Symptome traten 4 bis 16 Tage nach der Impfung auf. Diese schweren, teilweise tödlich verlaufenden Nebenwirkungen wurden überwiegend bei Frauen im Alter ≤55 Jahren beobachtet. Es waren aber auch Männer und Ältere betroffen. Basierend auf der momentanen Datenlage empfiehlt die STIKO im Regelfall die Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca nur Menschen im Alter von ≥60 Jahre, da in dieser Altersgruppe das Risiko schwer an COVID-19 zu erkranken und vielleicht zu sterben deutlich zunimmt und die Nutzen-Risiko-Abwägung eindeutig zu Gunsten der Impfung ausfällt. Obwohl deutlich mehr Frauen betroffen waren schränkt die STIKO nach Risiko-Nutzen-Abwägung ihre Empfehlung für beide Geschlechter ein; dies zumal alternative Impfstoffe ohne dieses Sicherheitssignal verfügbar sind. Der Einsatz des Impfstoffs von AstraZeneca unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung möglich.
  2. Für mit dem Vaxzevria-Impfstoff Geimpfte empfiehlt die STIKO eine Aufklärung darüber, bei Symptomen wie stark anhaltenden Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Beinschwellungen, anhaltenden Bauchschmerzen, neurologischen Symptomen oder punktförmigen Hautblutungen verfahren werden soll. Treten diese Symptome mehrere Tage nach Impfung auf und halten an, soll umgehend ärztliche Hilfe aufgesucht werden. Ärzt:innen sollten auf Anzeichen und Symptome einer Thromboembolie in Kombination mit einer Thrombopenie achten, wenn sich Patient:innen vorstellen, die kürzlich mit dem COVID-19-Impfstoff AstraZeneca geimpft wurden. Dies gilt insbesondere, wenn Patient:innen über später als drei Tage nach der Impfung beginnende und dann anhaltende Kopfschmerzen klagen oder punktförmige Hautblutungen auftreten.

 

3.) Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin hat folgende Information zum Prozedere der AstraZeneca Impfung herausgegeben (Stand 16.4.2021)

In Absprache mit der Berliner Senatsgesundheitsverwaltung können folgende Personen in den Praxen geimpft werden: 

Personen, die nach § 2 und § 3 der Coronavirus-Impfvereinbarung mit höchster und hoher Priorität Anspruch auf eine COVID-19-Schutzimpfung haben (nicht nur Patient:innen mit chronischen Vorerkrankungen, sondern beispielsweise auch unter die Priorisierung fallende Berufsgruppen) 

Für ein Impfangebot mit AstraZeneca gilt: Für Personen, die 60 Jahre und älter sind, kann von der Priorisierung gemäß § 2 und § 3 abgewichen werden. Eine Vorerkrankung dieser Personen ist nicht erforderlich.

Für Personen, die 59 Jahre und jünger sind, gilt dies nach Auffassung der KV Berlin grundsätzlich auch. Diese dürfen mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft werden, wenn zuvor eine individuelle medizinische Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgt ist (bitte entsprechend dokumentieren).

 

Quelle: https://www.kvberlin.de/fileadmin/user_upload/newsletter/sonderPID/pid_2021_s11.pdf

 

 

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